Just over the hill and far away

Das Ausstellungsformat class swap – out now fördert seit 2024 den Austausch zwischen Kunststudierenden im deutschsprachigen Raum. In Zusammenarbeit mit der Galerie Mitte entstehen Kooperationen zwischen der Hochschule für Künste Bremen sowie Partnerinstitutionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die künstlerische Praxis und institutionelle Erfahrung verbinden. Die diesjährige Gruppenausstellung vereint acht Studentinnen der Folkwang Universität der Künste, Essen und der Hochschule für Künste Bremen.

Im Mittelpunkt steht die Frage nach Sichtbarkeit weiblicher* Erfahrungen zwischen Körper, Erinnerungen, Schmerzen und Erfahrungen. Welche Ausdrucksformen können Zusammenhalt und Widerstand annehmen, wenn sie in intimer Verletzung ihren Ursprung haben? Die Arbeiten schaffen einen gemeinsamen Raum, in dem persönliche und kollektive Perspektiven erfahrbar werden. Feministische Theorien, Archive und individuelle Geschichten dienen dabei als Ausgangspunkt für einen offenen, prozessorientierten Austausch.

class swap – out now 2026  versteht sich als Plattform für Vernetzung, Zusammenarbeit und das gemeinsame Erproben künstlerischer und diskursiver Formen – über den eigenen akademischen Kontext hinaus.

 

Zu den Künstlerinnen  

Pyunghwa Lee (*2003, Seoul)
In ihren Videoarbeiten und installativen Settings untersucht Pyunghwa Lee die feinen Mechanismen gesellschaftlicher Machtstrukturen. Ausgangspunkt sind häufig alltägliche Situationen, Gesten oder Erwartungen, die Fragen nach Geschlecht, Zugehörigkeit und Sichtbarkeit verhandeln. Dabei entwickelt sie Bildräume, in denen persönliche Erfahrung und kollektive Realität ineinander übergehen.

Vivian Hötter (*1993, Köln)
Vivian Hötters fotografische Arbeiten entstehen aus dem Zusammenspiel von Naturfragmenten, industriellen Objekten und digitalen Bildstrukturen. In arrangierten Szenerien erzeugt sie Bilder, die gleichzeitig vertraut und künstlich erscheinen. Dabei untersucht sie die Materialität fotografischer Oberflächen: Raster, Pixel und Vergrößerungen werden zu sichtbaren Bestandteilen der Komposition. So entstehen Bildräume, in denen Wahrnehmung selbst zum Thema wird.

Kippum Lee (*1995, Seoul)
In ihren installativen und skulpturalen Arbeiten verbindet Kippum Lee das Wissen aus ihrem Metallgestaltungsstudium mit einer freien künstlerischen Herangehensweise. In räumlichen Anordnungen begegnen sich unterschiedlichste Stoffe, Oberflächen und Aggregatzustände, um Gleichgewicht in Instabilität zu untersuchen. Dabei wird Material zur eigenständigen Sprache und Handlungsträger im Raum.

Annalena Schapfeld (*1999, Frankfurt a. M.)
Gefundene Objekte, Licht und räumliche Situationen bilden den Ausgangspunkt von Annalena Schapfelds Arbeiten. Aus alltäglichen Fragmenten, wie dem Blick in das Fenster Anderer, entwickelt sie sensible Installationen. Diese machen Wahrnehmung als körperliche Erfahrung erlebbar und setzen vertraute Umgebungen in neue Zusammenhänge. Ihre künstlerische Praxis kreist um die Frage, wie Realität subjektiv erlebt und räumlich konstruiert wird.

Luise Klemann (*2000, Greven)
Luise Klemann arbeitet prozesshaft mit Fotografie, Objekt und räumlicher Inszenierung. In fragmentarischen Erzählungen nähert sie sich familiären Erinnerungen, biografischen Spuren und Vorstellungen von Heimat. Fotografien erscheinen dabei nicht als abgeschlossene Bilder, sondern als Teile eines offenen emotionalen Gefüges, das sich im Raum fortsetzt. Klemann untersucht so ihren eigenen Platz als Frau zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und Selbstbild.

Narin Mohammadi (*2000, Kurdistan)
Ausgehend von zeitgenössischem Tanz entwickelt Narin Mohammadi eine multidisziplinäre Praxis zwischen Bewegung, Video, Performance und Installation. Inspiriert von den geometrischen Strukturen und Rhythmen der Natur erforscht sie Formen körperlicher Übersetzung und räumlicher Dynamik. Ihre Arbeiten verbinden choreografische Elemente mit visuellen und medialen Ebenen zu atmosphärischen Kompositionen, in denen Körper, Raum und Zeit in einen kontinuierlichen Dialog treten.

Levi Muguruza (*1997, Stuttgart)
Levi Muguruza beschäftigt sich ausgehend von persönlicher Familiengeschichte und politischer Recherche mit den Spuren, die Geschichte im öffentlichen Raum hinterlässt und mit jenen, die verschwinden sollen. In ihren fotografischen und dokumentarischen Arbeiten untersucht sie, wie sich diese Spuren des Vergangenen in Archiven, im Stadtbild und in Gesprächen wiederfinden lassen.

Grafik: CHCA