Fotos: Leon Sahiti

Fotos: Selina Verbarg

 

 

collected currents

 

Barbara Proschak

Dünne Jungs: Ariane Koziolek, Pia Pospischil, Lynn Scheidweiler

 

27 Januar bis 23 März 2024

 

Eröffnung: 27 Januar 2024, 19 Uhr

Artist Talk: 28 Januar 2024, 15 Uhr

Finissage:      23 März 2024, 15 Uhr

 

 

 

In der Ausstellung collected currents treten das Künstlerinnenkollektiv Dünne Jungs und die Künstlerin Barbara Proschak in einen wechselseitigen Austausch. Installative Landschaften, Sound, Video und überzeichnete Bildhybride verschränken sich zu einem multimedialen Geflecht im Raum und lassen im ersten Moment des Betrachtens die Frage nach ihrer expliziten Urheberinnenschaft offen. Dünne Jungs und Proschak haben sich auf unterschiedliche Weise dem Sammeln, Assoziieren und Neuordnen von Objekten verschrieben. Gedankenströme verdichten sich in rekombinierten Objekten und Materialien. In den gezeigten Werken rekapitulieren die Künstlerinnen Teile vergangener Produktionen und richten damit ihr Handeln auf den kurzen Moment der Gegenwart, legen den Fokus auf das Jetzt — auf den Stand der Dinge.

›Landscape of Questions + Answers‹ (Dünne Jungs) schlängelt sich wie ein Fluss durch zerklüftete Textillandschaften und lässt gesammelte Erlebnisse und Eindrücke als kollektive Erfahrung, in einer akustischen Ansammlung den Raum durchströmen. Mit zeichnerischen Gesten und unter dem Druck ihrer Körperbewegungen auf den Fotos macht Proschak Überlagerungen körpergrafisch sichtbar. Ein atmendes Meer aus feinen Linien verbindet die gezeigten Werke über den Raum.

 

Barbara Proschak, geboren 1984, lebt und arbeitet als bildende Künstlerin und Fotografin in Leipzig. Sie studierte an der FH für Gestaltung in Bielefeld, am Londoner College of Communication und an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig bei Prof. Tina Bara. 2018 hatte sie ein dreimonatiges Stipendium in Daegu, Südkorea. 2020 schloss sie erfolgreich ihr Meisterschülerinnenstudium bei Prof. TinaBara ab. 2021 erschien ihre Publikation ›Material - Anhaften - variabel‹ im MMKoehn Verlag. Ihre Monografie wurde 2023 mit der Silbermedaille beim Deutschen Fotobuchpreis ausgezeichnet. Ihre Arbeiten werden national und international in Gruppen- und Einzelausstellungen gezeigt.

Sammeln und Archivieren bilden die grundlegende Methode von Barbara Proschak, dabei forscht sie mit ihren fotografischen Arrangements an den Rändern der Fotografie. Im seriellen Arbeiten macht sich die Lust am Erforschen und Experimentieren bemerkbar, was sie zu einem Spiel mit dem vergleichenden Sehen konzeptualisiert hat. Ein wichtiges Spannungsfeld dieser Arbeitsweise ist Wiederholung und Variation, Ordnung und Neuordnung. Seit 2018 überzeichnet sie stetig eine Auswahl ihrer Fotografien mit feinen Permanentstiften, wodurch sich eine bewegte Oberfläche und illusionäre Tiefenkraft entfaltet. Zwischen diesen beiden Polen erforscht sie die Wertigkeit von Original und Reproduktion, von Serie und Einzelbild.

 

Dünne Jungs ist ein Künstlerinnenkollektiv, das von Ariane Koziolek, Pia Pospischil und Lynn Scheidweiler 2017 in Stuttgart gegründet wurde. Im Fokus ihrer multimedialen und interdisziplinären Arbeiten steht die soziologische Untersuchung des Menschen. Die Intention ist es, künstlerische Plattformen für gesellschaftliche Diskurse zu schaffen, diese kritisch zu hinterfragen und gemeinsam mit dem Publikum neue Perspektiven zu erkunden. Dafür begibt sich das Kollektiv in die Öffentlichkeit und befragt in Gesprächen Wünsche, Ängste und Erfahrungen. Es entsteht ein Sammelsurium aus Gedanken und Geschichten, die intime Einblicke in das Menschsein und die Gefühlswelt der Gesellschaft geben, das anschließend künstlerisch konzeptualisiert wird.

Koziolek, Pospischil und Scheidweiler studierten Bühnen- und Kostümbild an der ABK Stuttgart, sowie in Warschau, Budapest und Brüssel. Ihre Arbeiten waren u. a. im Centre of Contemporary Arts in Brüssel und bei der Lange Nacht der Museen Stuttgart zu sehen. Theaterspezifische Arbeiten spielten am Theater Freiburg, am Théâtre Royal Flamand in Bruxelles, am Wilhelma Theater in Stuttgart, am Grand Théâtre in Luxemburg und am Deutschen Theater in Berlin. Ihre ersten Einzelaustellungen wurden 2022 im Raum für drastische Maßnahmen in Berlin und 2023 in der Galerie Ladøns in Hamburg gezeigt. Zuletzt präsentierten sie ihre Serie ›Landscapeof Questions + Answers‹ im Tor 5, des Kunst-vereins Wagenhalle, in Stuttgart.

 

Y*A*C (›young artist curating‹) wird in den kommenden zwei Jahren von Ele Hermel und Rebekka Kronsteiner in Form gemeinsam kuratierter und entwickelter Ausstellungsformate in der Galerie Mitte stattfinden. Der inter-generative Austausch, sowohl in Konzeption und Umsetzung, steht hierbei im Fokus und wird über die künstlerische Blickrichtung ins Zentrum der Herangehensweise gerückt.

 

 

 

 Mit freundlicher Unterstützung von:

 

 

                                                          Öffnungszeiten der Galerie: Donnerstag bis Sonntag 15 -18 Uhr

 

 


THIS IS NOT A PHOTO TEIL III

 

"ECHT"

 

4 November 2023 bis 21 Januar 2024

 

Eröffnung: Samstag, 4 November 2023  um 19 Uhr

Finissage und Gespräch mit den Künstler:innen
Sonntag, 21 Januar 2024 um 15 Uhr

 

 

Evita Emersleben

Anja Fußbach / Frank Bertoldi

Manja Herrmann

Cornelia Hesse-Honegger

Manfred Kirschner

Patricia Lambertus

Wiebke Mertens

Folker Winkelmann

 

 

 Im Herbst 2019 und 2021 zeigte die Galerie Mitte eine Ausstellung zum Thema Fotografie als Material in der Bildenden Kunst. THIS IS NOT A PHOTO TEIL I und Teil II. Von November 2023 bis Januar 2024 wird diese Reihe mit der Ausstellung THIS IS NOT A PHOTO Teil III / „ECHT“ fortgesetzt. Die medienübergreifende Ausstellung eröffnet einen Blick auf die künstlerische Arbeit mit Fotografie, wobei die Nutzung fotografischer Mittel als Material für bildende Künstler:innen in den Fokus genommen wird. Der Untertitel für die diesjährige Ausstellung heißt „ECHT“. Damit soll neben der Herangehensweise an die Arbeit mit fotografischen Mitteln die immerwährende Frage nach Echtheit in der Fotografie beachtet werden.  Das reicht in unserem Fall von der Fotoperformance über die collagierte Fotofläche oder die Installation aus Fototapeten bis hin zum Realismus in Öl. Aber auch die hyperrealistische Zeichnung, die gewissermaßen die fotografischen Mittel ergänzt, soll sich in dieser Ausstellung finden.

 

Bild: Evita Emersleben / "Süße Grüße 1"  / 2022 / Zartbitter- und weiße Schokolade auf Postkarte

Fotos: Lukas Klose

Mit freundlicher Unterstützung des Senator für Kultur Bremen und der Sparkasse Bremen: