THIS IS NOT A PHOTO TEIL II

– Projekt Fotografie 2021

 

22 Oktober bis 5 Dezember 2021

 

 

Eröffnung 22 Oktober 2021 19 Uhr

Finissage 5 Dezember  /  verlängert

 

Esther Adam

Miia Autio

Ulli Bomans

Sara Förster

Hawoli

Marikke Heinz-Hoek

Isolde Loock

Hassan Sheidaei

Sandy Volz

Rie Yamada

 

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Ab Oktober 2021 zeigt die Galerie Mitte eine Ausstellung zum Thema Fotografie als

Material in der Bildenden Kunst. Es handelt sich dabei um eine Weiterführung

der erfolgreichen Ausstellung THIS IS NOT A PHOTO von 2019.

Im Format einer Gruppenausstellung eröffnen die Positionen von zehn Künstler innen

unterschiedliche Perspektiven auf den künstlerischen Umgang mit Fotografie und

zeigen ein Spektrum der Thematisierung ihrer Materialität und Medialität.

Die Vorstellung von Fotografie als selbstbezügliches Abbildungsmedium wird dabei

befragt und ihr Potenzial als selbstreflexives Medium deutlich.

Die eingeladenen Künstler innen, deren Ausstellungsbeiträge im Kontext des aktuellen

Weltgeschehens und dessen bildbasierter Berichterstattung eine große Aktualität

aufweisen, kommen unter anderem aus Bremen, Berlin, Finnland und Japan.

 

 

 

 Gefördert durch:

die Karin und Uwe Hollweg Stiftung / Die Waldemar Koch Stiftung / die Sparkasse Bremen / das Finnland-Institut

 


Fotos Eröffnung: LukasKlose


Raum: Fotos Lukas Klose


 

 

O Vierzig _ Auf Laden
Galerie auf Zeit 

 

Wir zeigen Werke von Bremer Künstler*innen.
Es gibt Performances, Veranstaltungen und Winterateliers für Kinder.
Die zweite Hälfte des Ladens bietet feinsten Kaffee aus Guatemala an.

Informationen im Schaufenster,  im Laden, oder immer aktuell hier,  siehe weiter unten


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Künstler-innen

 

Rebekka Kronsteiner / Sarah Lüdemann Beauham /

Evita Emersleben / Sabine Wewer /Natalie Thomkins /  Francisco Valenca Vaz /

Enric Freund / Tom Gefken / Manfred Kirschner / Tanja Möwis & Annika Paul /

 

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Adresse:  Ostertorsteinweg 40, 28203 HB / BSAG 2+3 Theater am Goetheplatz
Öffnungszeiten:       DIenstag bis Samstag  14 -18 Uhr
  Instagram: ovierzig_aufladen

 

 

Im Schaufenster: Objekt von Rebekka Kronsteiner/ O.T. 2021


 

 

 

Veranstaltungen

 

·       

LIVE PORTRAITZEICHNEN im Schaufenster, mit Natalie Thomkins: 20 Nov ab 14 bis ca 17 Uhr

 

Passant:innen sind eingeladen sich portraitieren zu lassen, die Portraits können erworben werden.

 

 

PERFORMANCE mit Evita Emersleben: 20 Nov um 18 Uhr

 

Emersleben zeigt eine Performance mit Bezug zur Berufsbekleidung

 

 

 LESUNG mit Manfred Kirschner: 1 Dez um 19:30 Uhr

 

         Kirschner liest aus seinen Büchern: „Schmusen mit Papier - All you need is lost“ und

 

       „Verrückt werden in Ostdeutschland  - Rügen mon amour“

 

 

 

PROJEKTION/KERAMIK im Schaufenster, Keramikatelier Möwis & Paul:  29 Nov bis 5 Dez

 

 

 

„Mein Winterbild“ für Kinder ab 7 Jahre: 27 Nov 14 bis 17 Uhr *

 

„Nanu ein Reh oder was“ für Kinder ab 7Jahre: 11 Dez 14 bis 17 Uhr *

 

„Winteratelier“ für Kinder ab 7 Jahre: 18 und 19 Dez 14bis 17 Uhr * 

 

 

* Informationen zu den Kinderkursen: 

www.kubo.de/kinder-und-jugendliche

 

Anmelden zu Kinderkursen unter: 

anmelden@kubo.de

 

 

 

·      

 

 


Hausbesuche aktuell:




 

 Sara Förster /

 

zu Gast bei

 

Daniela Kupkova und Karsten Golde

 

29 Okt 2021 19:30   

 

 

 

Die Hausbesuch-Kurzausstellungen verstehen sich als flüchtige Kunst-Interventionen im privaten Wohnraum, als ein kurzes Zusammentreffen von Privatheit und Öffentlichkeit. Private Räume werden kurzfristig zum Kunstort: Der Kühlschrank, eine wilde Ecke, ein Bauernschrank, alles bleibt an seinem Platz und wird für kurze Zeit mit Kunst aus dem „White Cube“ konfrontiert, von Künstler*innen persönlich bespielt. Die Gäste der Ausstellung halten sich für einen geplanten Moment in einem ihnen unbekannten privaten Raum auf und begegnen der Kunst im ungewohnten Kontext. Die Gastgeber*innen stellen ihren privaten Lebensbereich zur Verfügung und erleben Künstler*innen samt Kunst und Publikum als „Kurzbesuch“ in ihren eigenen vier Wänden.

 


 

 

 

INTERIM / Bertold Frick, Fotografie

 

7 - 10 Oktober 2021

 

 

 

 Gespräch mit dem Künstler

am Sa den 9 Oktober

ab 17  Uhr

Einführung Dr. Detlef Roth / KUBO

 

 

 Zur Ausstellung erscheint eine zweiteilige Edition

zugunsten der Deutschen Kindergeldstiftung

 

Edition

Auflage je 15

20x30 cm

signiert

 

 

 

Öffnungszeiten  Do Fr Sa So -  jeweils 15 bis 18 Uhr

 

Foto: Bertold Frick


 

 

 

 

Anja Engelke / „Room 125“

 

I 26 Sept bis 3 Okt I   

 

 

 

 Eröffnung Sonntag 26 September 16 Uhr 

 

Vorstellung der Publikation und Gespräch mit der Künstlerin   

 

 

 

Öffnungszeiten: 27 Sept bis 3 Okt, immer 15 bis 18 Uhr und nach Anfrage

 

Anja Engelke (*1983) hat sich mit ihrem Werk Room 125 einen Traum erfüllt. Den Traum ein Bild zu bewohnen, genauer gesagt in eine Fotografie einzuziehen und Veränderungen in ihrem bildlichen Inhalt vorzunehmen. Ihr außergewöhnliches Fotoprojekt hat die Arbeit »Room 125« des amerikanischen Künstlers Stephen Shore als Ausgangspunkt, der 1973 durch die USA reiste, um seinen Alltag und sein Heimatland fotografisch zu dokumentieren. Abgelichtet ist ein Hotelzimmer des Fotografen, im Anschnitt sind nur seine Beine und Füße auf dem Bett zu sehen. 45 Jahre später baut Anja Engelke das Foto in ihrer eigenen Wohnung exakt nach und dokumentierte ihr Leben im Bild Room 125. Ein Tableau vivant in buchstäblichem lebendigen Sinne.

Kerber Verlag

 


 

 

 

 

Wir laden ein zu einem besonderen Abend
mit den Musikern

Johannes Haase und Samuel Dühsler

 


Der Geiger Johannes Haase setzt in einem zweiten Teil die Konzertreihe in der Galerie Mitte fort:
Mit langjährigen Spielpartnern erschafft er in improvisierten Performances temporäre Klangexperimente, es spinnen sich Dialoge und Zwiegespräche, parallele Entwicklungen vibrieren durch den Raum, es entstehen dreidimensionale Klanggebilde; die Kunst des Zusammenspiels wird erforscht.
Zu Beginn dieser neuen Reihe ist der Basler Schlagzeuger Samuel Dühsler zu Gast.


Samstag 2. Oktober um 20 Uhr / Eintritt frei, auf Hut

Wir danken der Waldemar Koch Stiftung, die diese Besondere Konzertreihe möglich macht.


(3 G/Covid)

 


 SELBST

Lukas Klose

 

Bilder aus 93 Selbstbetrachtungen 

Ein Masterabschlussprojekt, HfK Bremen

 

 

Wenn wir uns im Spiegel betrachten, sind wir nie allein. Der Blick der anderen ist stets zugegen. Besonders, wenn wir allein sind. Die Frage, wie wir wahrgenommen werden, begleitet uns von dem Moment an, in dem wir uns selbst im Spiegel erkannten. Wir wurden uns unserer Körperlichkeit bewusst und somit Teil der Welt. Unsere Identität wird bestimmt durch Differenz. Dieses Projekt zeigt Bilder von 93 Menschen in einer Situation der Vereinzelung und Selbstbetrachtung. Sie kommen nun alle in einem Raum zusammen und bilden ein Gesamtbild.

Sie blicken ihre Betrachterinnen und Betrachter an und laden ein, betrachtet zu werden. Es ist eine Gelegenheit zu verweilen und sich selbst zu reflektieren. Sich zu verlieren und wiederzufinden. Die Ausstellung wird begleitet durch eine Spiegelinstallation im Vorraum der Galerie.    Lukas Klose

 

Lukas Klose.de      

 

Vernissage / Buchvorstellung
     13 August 19 Uhr

Öffnungszeiten:
14 bis29 August täglich 15 - 18 Uhr
und nach Vereinbarung
lukasklose.de/selbst

Künstlergespräch / Finissage
29 August 15 Uhr  / 16 Uhr
+++
Buch zur Ausstellung 30 €
Edition: Auflage 10
Buch signiert, mit Sonderdruck  100 €
mail:  kontakt@galeriemitte.eu

 

  Wir danken für Förderung und Unterstützung:

der Karin und Uwe Hollweg Stiftung, der Hochschule für Künste Bremen, der Galerie K´

 


 Klangpol - Lange Nacht der Musik

17 Juli 2021, 19:30 - 24 Uhr

 

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Johannes Haase (Violine)

Karl-Ernst Went (unverstärktes Klavichord)

Jonathan Went (Sprecher)

 

Universe of Strings

Vijay Iyer (* 1971, USA): »Playlist 1 (Resonance)« (2010)

Liza Lim (* 1966, Australien): »Philtre« (1997)

Anahita Abbasi (* 1985, Iran): »Situation IV / Io E iO« (2016)

Es erklingen drei zeitgenössische Werke für Violine solo,

geschrieben von Komponist:innen aus verschiedensten Teilen der Welt. 

Hierbei zeigt sich das breite Spektrum des Instruments –

von zarten, flirrenden bis hin zu vollen, insistierenden, ja fast gewaltigen Klängen.

Johannes Haase (Violine)

Ein Beitrag des Ensemble New Babylon, Bremen

 

 

Archiv der verlorenen Bilder

Leon Łukasiewicz (1923-2013):

»8. Musik für eine Ausstellung: Archiv der verlorenen Bilder« (2019-2021)

Die »8. Musik für eine Ausstellung« orientiert sich an den Methoden

der sogenannten »Spurensicherung« – einer Kunstrichtung der 1970er Jahre,

die das Sammeln, Sichten und Ordnen von Materialien

wie eine fiktive Wissenschaft betreibt. 

Anlass der Komposition ist eine Sammlung von Familienfotografien,

die bei einer Haushaltsauflösung vor 30 Jahren zusammengeführt,

dann in alle Winde zerstreut und schließlich auf einen Karton

mit aussortierten Dubletten geschrumpft ist. 

Der musikalische Teil der Komposition besteht

aus etwa 3000 aufgezeichneten kurzen Improvisationen

über ein Kadenzmuster (Subdominante – Tonika),

die in einer streng geregelten Reihenfolge erscheinen

und denen auf der Textebene

Bildbeschreibungen und Untertexte von Fotos gegenüberstehen. 

Echte Dokumente und Fiktion

verschränken sich auf diese Weise zu einem Stück,

das inzwischen mehrere Stunden lang ist,

dessen Kettenstruktur an sämtlichen Stellen Unterbrechungen erlaubt.

 

Karl-Ernst Went (unverstärktes Klavichord), Jonathan Went (Sprecher)

Ein Beitrag des Institus für Musik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

 


PETER BIALOBRZESKI

Give my Regards to Elizabeth

31 März bis 25 Juni 2021

Eröffnung der Ausstellung "Give my Regards to Elizabeth" / Verabschiedung Peter Bialobrzeskis aus seiner Tätigkeit, der Professur für Fotografie an der Hochschule für Künste Bremen  / Film: Lukas Klose

Die Ausstellung wurde intern eröffnet und in einem Videobeitrag festgehalten.

Eine Langfassung der Redebeiträge ist hier zu finden.

 

Eröffnung (intern): 31. März 2021
Begrüßung:
Ele Hermel, Detlef Roth Galerie Mitte Bremen und Prof. Roland Lambrette, Rektor der Hochschule für Künste Bremen


 

Fotos: Lukas Klose / Galerie Mitte

Peter Bialobrzeski /  aus: "Give my Regards to Elizabeth" /  Copyright  beim Künstler

Alle Bilder zur Serie auf  www.bialobrzeski.net

 In den frühen 90er Jahren verbrachte Peter Bialobrzeski ein Jahr am London College of Communication bei einem DAAD-Stipendium. Dort fotografierte er unter Anderem die Serie „Give my Regards to Elizabeth“. Diese Serie war Teil seiner Abschlussarbeit an der Folkwangschule, ein Unikat in Buchform, analog mit Original-Fotografien. 

Mittlerweile Ist Bialobrzeski um die Welt gereist um zu fotografieren und um auszustellen. Dies lässt sich in zahlreichen Buchveröffentlichungen und in wunderbaren Fotozyklen bewundern. 

 

Seit 2002 ist Peter Bialobrzeski Professor für Fotografie an der Hochschule der Künste in Bremen, wo er zahlreiche junge Menschen erfolgreich auf Ihr berufliches Leben mit der Fotografie vorbereitet hat. In diesem Jahr (2021) verlässt Bialobrzeski die HFK. So wird die Ausstellung in der Galerie Mitte zugleich eine Würdigung seiner Zeit als Lehrender.

Wie angemessen es ist in dieser Ausstellung in Bremen gerade die Fotografien aus der Zeit in England zu zeigen, lässt sich leicht erraten. Zum einen ist da die Aktualität der gesellschaftlichen Krise in England, das nach wie vor mit den Folgen der Klassengesellschaft und der großen Schere zwischen Arm und Reich zu kämpfen hat, was nicht zuletzt die unsäglichen Verrenkungen um den Brexit bezeugen. Zum anderen aber ist es eine äußerst charmante Geste Bialobrzeskis, zum Abschluss seiner Zeit mit den Studierenden seine eigene fotografische Abschlussarbeit aus seinem Studium vorzustellen. 

 

 Peter Bialobrzeskis Ansatz, die Welt of the poor and the rich im Blick zu behalten, hat sich von Beginn an - eben seit seiner Zeit in England - durch die Jahre getragen. So zu sehen in “Neontigers“, “The Raw and the Cooked“, “Paradise Now“, “No Buddha in Suburbia“, “Heimat“, “Die Zweite Heimat“ und so weiter. Er ist scharfsinniger Beobachter und hält Unsagbares als Bild fest.  So entstehen wertvolle und hoch ästhetische Dokumente einer sich mühsam und zugleich rasant entwickelnden Welt. Bilddokumente, die vor dem Verschwinden bewahren, aber auch Bilder, die uns den wertfreien Blick vermitteln, den Blick auf eine Welt, die wir voreilig nach unseren Vorstellungen beurteilen, den Blick auf die Welt, deren Teil wir alle sind.

 

Bialobrzeskis Arbeiten wurden in Europa, Asien, Afrika, Australien und den Vereinigten Staaten ausgestellt. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den renommierten World Press Photo Award (2003 und 2010), sowie den Dr. Erich Salomon Award der DGPH (2012).

 

 

WEB Peter Bialobrzeski

 

 KATALOG

Bei Hartmann Books erschienen (2020)   /  kann über  Galerie Mitte bezogen werden  /  34 €

„Give my Regards to Elizabeth
mit Texten  von Mick Brown und Peter Bialobrzeski
Englisch/Deutsch
ISBN 978-3-96070-045-6

 

 

Weserkurier- 31. März 2021

 

 

Peter Bialobrzeski im Portrait

Der Weg zum preisgekrönten Fotografen

 

Simon Wilke 31.03.2021 

 

Fotografie ist etwas verdammt Einfaches. Irgendetwas ist immer drauf, auf einem Bild. Und selbst mit der Smartphone-Kamera kann jeder mal einen Treffer landen.

Fotografie ist verdammt schwer. Sie zu begreifen braucht Zeit und Hingabe, verlangt harte Arbeit und die Bereitschaft sich aufzuopfern. Zwei Seiten, eine Medaille.

Peter Bialobrzeski ist Fotograf und Professor an der Bremer Hochschule für Künste (HfK). Er hat den Erich-Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photografie gewonnen und auch den wohl renommiertesten Preis für Fotojournalismus, den World Press Photo Award. Der künstlerische Durchbruch gelang ihm vor rund 20 Jahren, heute vertreten Galerien in Berlin, New York oder Shanghai seine Arbeiten. Und vielleicht wäre Peter Bialobrzeski niemals so erfolgreich geworden, hätte er nicht früh erkannt, was es heißt zu scheitern.

Sein erstes Geld verdient Bialobrzeski mit Fotos für eine Lokalzeitung in Wolfsburg. Morgens raus, Bilder knipsen, schnell entwickeln, Redaktionsschluss. Jeden Tag, fünf Mal die Woche. Bis er irgendwann nach Indien reist und danach alles anders wird.

„Als ich nach Hause kam, habe ich gemerkt, dass die Bilder, die ich dort gemacht hatte, nichts mit dem zu tun haben, was mir diese Reise bedeutete. Es waren Abziehbilder dessen, wie ich glaubte, dass Fotografie auszusehen hat. Da habe ich gemerkt, dass ich das, was ich tue, wovon ich lebe, gar nicht kann.“ Bialobrzeski entscheidet sich dafür, noch einmal bei Null anzufangen. Er beginnt Fotografie zu studieren, bisher Gelerntes zu verwerfen, um zu begreifen, was er da eigentlich tut.

Nie wieder hat er so hart gearbeitet wie damals, sagt er, nicht vorher, nicht hinterher, trotz Rückschlägen. Einer ist ihm besonders in Erinnerung geblieben. Der, als seine Professorin ein Bild von ihm bewerten soll, auf das er selbst sehr stolz war. „Es zeigte eine Brücke im Ruhrgebiet bei Nacht. Meine Professorin ging bloß vorbei und sagte, das Ganze könne man auch mit Inhalt füllen.“ Ein Satz wie ein Nackenschlag, der zu einem der wichtigsten Sätze werden wird, den jemals ein Mensch zu ihm gesagt hat. Denn in diesem Moment macht es bei ihm klick: „Wenn ich etwas Gutes machen will, muss es mich ästhetisch ansprechen, aber es muss verdammt nochmal auch eine Bedeutung für andere haben.“

Harte Arbeit, Nackenschläge, klick. Dann, während eines Auslandsjahrs in England, entsteht seine Diplomarbeit „Give my Regards to Elizabeth“. Es ist die Arbeit, die eine Messlatte für ihn legen wird. „Als ich aufgehört hatte dafür zu fotografieren, habe ich gewusst: Mehr geht nicht, egal, was ich jetzt noch mache.“ Ein Jahr und 350 Filme brauchte es für diese Erkenntnis. Sie wurde zum Start einer Erfolgsstory.

Er kehrt noch einmal zurück nach Indien. Diesmal mit einem Koffer voller neuem Werkzeug. „XXXholy“ entsteht, ein Fotobuch als Auseinandersetzung mit der spirituellen Seele des Landes. Dann folgt „Neon Tigers“ - Bilder von einem Südostasien umspannenden Netzwerk von Megacities, preisgekrönt, der internationale Durchbruch. Dazwischen, im Jahr 2002, beginnt er seine Arbeit als Professor an der HfK. Jetzt laufen Lehre und eigene Projekte parallel, fast zwanzig Jahre lang, eine „blitzsaubere Karriere“.

Das ist kräftezehrend. Mit seinem Freund, dem Fotografen Michael Wolf, redet er oft darüber, wie lange die Energie noch reichen wird für gute Projekte. Wolf stirbt 2019 im Alter von 64 Jahren, er selbst wird in diesem Jahr 60. Es ist Zeit für ihn, die Lehre abzugeben. Zeit zu entschleunigen, aber auch Neues zu beginnen. Genug Kraft ist dafür eine Voraussetzung, denn gute Fotografie bringt einen an die Grenze der Belastbarkeit. „Man arbeitet hundert Tage, ohne etwas dafür zu bekommen. Stattdessen investiert man Geld ohne zu wissen, ob es funktioniert und konfrontiert sich dabei immerzu mit seiner eigenen Unzulänglichkeit. Wenn alles fertig ist, sieht es toll aus, aber niemand sieht das Leiden, das dahinter steckt.“

Unzulänglichkeit, denn seine Arbeiten sind grundsätzlich nur Annäherungen an das, was er für möglich hält. Möglich, aber immer unerreicht. Und Leid, denn fertig ist er erst, wenn er einer Arbeit nichts mehr hinzufügen kann, auch wenn er sich dafür die Nächte um die Ohren schlagen muss.

Vielleicht ist das einer der Schlüssel zur Fotografie, zur Kunst, zur Bedeutsamkeit. Dass es nie perfekt werden wird, mitunter sogar wehtut, und dass erst dann der Erfolg kommen kann. Zwei Seiten, eine Medaille.

Zur Sache

Abschied mit Buch und Ausstellung

Anlässlich seines Abschieds von der Bremer Hochschule für Künste stellt die Galerie Mitte Peter Bialobrzeskis Arbeit „Give my Regards to Elizabeth“ aus. Sie entstand zwischen 1991 und 1992 und war Teil der Diplomarbeit des Fotografen. Sie zeigt die Zerrissenheit der englischen Klassengesellschaft, geprägt von der Politik Margaret Thatchers. Für den Wolfsburger Fotografen ein großer Kontrast zu seiner Heimat: „Diese Art der Gespaltenheit war mir völlig fremd. Die Fotografie war mein Werkzeug, mich dem Thema auseinanderzusetzen und es mir anzueignen.“

Zu sehen sind Fotos vom „Boat Race“ zwischen den Universitäten Cambridge und Oxford kontrastiert mit den Bildern gelangweilter Jugendlicher oder absurd abgerissener Architektur, die im Hintergrund blühender Vorgärten in den Himmel ragt.

"Ich fand die Idee sehr schön, mit der Arbeit, mit der ich damals meine Hochschule verlassen hatte, auch meine zweite Hochschule zu verlassen" sagt Bialobrzeski. Die Eröffnungsfeier musste nun allerdings erst einmal abgesagt werden, zumindest für die Öffentlichkeit. Trotzdem soll an diesem Mittwoch, den 31. März, um 19 Uhr via Stream auf dem Instagram-Kanal und unter galeriemitte.eu ein Gespräch mit dem Künstler und die Begrüßungsworte übertragen werden. Die Ausstellung von „Give my Regards to Elizabeth“ läuft noch bis zum 16. Mai 2021.

 


Der preisgekrönte Fotograf Peter Bialobrzeski. (Christina Kuhaupt) WK


 

HAUSBESUCHE 2021

Die Hausbesuche mussten ein weiteres Mal verschoben werden. Wir hoffen so bald wie Möglich alles nachholen zu können.

 

................. 2021 -  Heiko Wommelsdorf / zu Gast bei Familie Platz

................. 2021 -  Enric Freund / zu Gast bei Jeronimo Dzaack und Clemens Gnad

................. 2021 -  Sara Förster / zu Gast bei Daniela und Karsten Golde

................. 2021 -  Sandy Volz...

................. 2021  - Sabine Wewer