Different States  /

Photography and Graphics in Sarajevo, Bosnia and Herzegovina


Finissage und Künstler*innengespräch  am Sonntag 25 Oktober - 15 bis 18 Uhr muss ausfallen !

 

Letzte Öffnungszeiten   (max 5 Personen im Raum) :

Do 22   Okt 15 bis  18 Uhr

Fr  23   Okt 15 bis 18 Uhr

Sa  24  Okt 14 bis 18 Uhr

So 25   Okt 15 bis 18 Uhr




 Masterstudio Kultur und Identität , Hochschule für Künste Bremen

culture and identity HFK Bremen

 

Aleksandra Weber

Alem Kolbus

Christina Stohn

Jakob Grommas

Juliane Stirling

Mario Greif

Marvin Systermans

Ran Tao

Shih-hsuan Yen

 

Es gehört mittlerweile zur Tradition des Studiengangs Studio Kultur und Identität einmal im Jahr eine Fotoexkursion zu unternehmen, die im Anschluss in einer Publikation und einer Ausstellung präsentiert wird. Schon mehrfach war die Galerie Mitte Bremen Austragungsort für diese Veröffentlichung. Die diesjährige Ausstellung zeigt die Ergebnisse der Exkursion von 2019 die der Stadt Sarajevo galt.  

 

Sarajevo Safari“ - so heißt ein Roman des Autors Otmar Jenner, der in den 90er Jahren als Korrespondent aus dem Bosnienkrieg berichtet hat. Jenner zeichnet das Bild einer zynischen Allianz zwischen Jägern und gejagten, vermeintlichen Aufklärern und der Bevölkerung einer Stadt, die zwischen allen Interessen einfach nur überleben will. Sarajevo Safari, etwas mehr als 20 Jahre danach: Neun Studierende aus dem Masterstudio „Kultur und Identität“ erkunden die bosnische Metropole für knapp 10 Tage. Ihre „Bewaffnung“ besteht aus Kameras, Notizblock, Aufnahmegerät sowie die Gnade der späten Geburt. Wie sehen, übersetzen interpretieren jungen Studierende eine Stadt, die eine vierjährige Belagerung mitten in Europa zu Zeiten ihrer Geburt auszuhalten hatte? Der Krieg obschon lang vorbei, hat noch immer eine unheimliche Präsenz in der Stadt. Viele Menschen sprechen unsere Sprache, erzählen von Flucht und Asyl in Deutschland. Das historische Museum widmet einen ganzen Raum der Belagerung. Beinahe ungläubiges Erschaudern stellt sich bei der Betrachtung rudimentär zusammengeschweißter Kochgelegenheiten, Generatoren und Wasserspeicher ein. Im komfortablen europäischen Norden lebend, scheint es unvorstellbar, vier Jahre ohne Strom und Wasser existieren zu können. Mitten in Europa. Die Recherchen und Bildfindungen der Studierenden thematisieren den Elefanten im Raum nicht. Allerdings verleugnen ihre Untersuchungen keinesfalls den historischen Hintergrund. Der Klang tendiert zu Grau und Umbra, selbst die Farben in den Fotografien der Graffiti der Stadt von Shih-hsuan Yen scheinen seltsam farbneutral. Marvin Systermans Arbeiten über informelle Hangbebauung, sind alles andere als farbenfroh. Selbst die Moscheen im Viertel Alipašino Polje in den Bildern von Christina Stohn sind grau-verschleiert. Die Tram-Fahrgäste in Mario Greifs Fotos kleiden sich dunkel, Ran Taos Ansichten von verlassenen Orten sowieso. Juliane Kuhnt verbleibt mit ihren Illustrationen zu kulturellem Eklektizismus von vornherein im schwarz/weiß. Umwelt- und Luftverschmutzung thematisiert Alem Kolbus fotografisch ebenfalls sehr gedeckt. Einzig die Portraits von Aleksandra Weber wagen gelegentlich einen Ausflug ins Pastell. Last, not least liefert Jakob Grommas’ Audio-Aufnahmen der Vielvölkerstadt, deren Bilder kultureller Vielfalt sich der Betrachter ganz selbst imaginieren kann. Für die Publikation „Different States“ fordert das Dunkle die Gestaltung heraus. Die Lösung ist so pur wie logisch. Außen zunächst, die Copy-Art der 1990er Jahre zitierend, muss jede einzelne Seite händisch aufgetrennt werden. So entfalten sich im Wortsinn die farbigen Zwischentöne der Gegenwart. Die Vielschichtigkeit der Projekte und Recherchen wird durch die Gestaltung ins Entschiedene überführt.

Andrea Rauschenbusch, Peter Bialobrzeski, Bremen im Juni 20

cultureandidentity.hfk-bremen

 

It has become a tradition of the Studio Kultur und Identität programme to undertake a photo excursion once a year, which is then presented in a publication and an exhibition. The Galerie Mitte Bremen has already hosted this publication several times. This year's exhibition shows the results of the excursion in 2019 which was dedicated to the city of Sarajevo.
"Sarajevo Safari" is the name of a novel by the author Otmar Jenner, who was a correspondent for the Bosnian war in the 1990s. Jenner paints the picture of a cynical alliance between hunters and hunted, supposed scouts and the population of a city that simply wants to survive between all interests. Sarajevo Safari, just over 20 years later: Nine students from the Master's Studio "Culture and Identity" explore the Bosnian metropolis for almost 10 days. Their "armament" consists of cameras, notepad, recording device and the grace of being born late. How do young students see, translate, interpret a city that had to endure a four-year siege in the middle of Europe at the time of its birth? The war, although long over, still has an eerie presence in the city. Many people speak our language, talk about flight and asylum in Germany. The historical museum dedicates an entire room to the siege. Almost unbelieving shudders arise when looking at rudimentarily welded together cooking facilities, generators and water tanks. Living in the comfortable European north, it seems unimaginable to be able to exist for four years without electricity and water. In the middle of Europe. The students' research and pictorial inventions do not focus on the elephant in space. However, their investigations do not in any way deny the historical background. The sound tends towards grey and umbra, even the colours in the photographs of the graffiti of the city of Shih-hsuan Yen seem strangely colour-neutral. Marvin Systerman's works on informal hillside development are anything but colourful. Even the mosques in the Alipašino Polje district in Christina Stohn's pictures are veiled in grey. The tram passengers in Mario Greif's photographs dress darkly, Ran Tao's views of deserted places anyway. Juliane Kuhnt with her illustrations of cultural eclecticism remains in black and white from the outset. Alem Kolbus also takes a very muted approach to environmental and air pollution. Only the portraits of Aleksandra Weber occasionally venture a trip into pastel. Last, but not least, Jakob Grommas' audio recordings of the multi-ethnic city, whose images of cultural diversity the viewer can imagine for himself. For the publication "Different States" the dark challenges the design. The solution is as pure as it is logical. On the outside first, quoting Copy-Art of the 1990s, every single page has to be separated by hand. In this way the colourful nuances of the present unfold in the literal sense of the word. The complexity of the projects and researches is transferred into the decisive by the design.
Andrea Rauschenbusch, Peter Bialobrzeski, Bremen in June 20
Translated with www.DeepL.com/Translator (free version)



Eröffnung und Book Launch:  Freitag 11 September - ab 19 h

Finissage und Künstler*innengespräch: Sonntag 25 Oktober - 15 h

 

 

 

Öffnungszeiten:

Do / Fr 15 bis 18 Uhr + Sa 14 bis 18 h

und gerne nach Vereinbarung

Das Einhalten der aktuellen Corona Vorsichtsmaßnahmen sind Vorraussetzung zum Besuch unserer Veranstaltungen !


Fotos: Galerie Mitte / Lukas Klose


Im Rahmen der Ausstellung:

 

BASED ON PROMISES  /  BUCHVORSTELLUNG  und  KÜNSTLERGESPRÄCH
mit dem Künstler Björn Behrens und nomen nominandum buch

Do 1 Oktober - 19 h

Begrenzte Teilnehmerzahl. Bitte melden Sie sich an: kontakt@galeriemitte.eu

 

 

Do 8 Oktober – 20 h

THE ART OF THE DUO /   Johannes Haase (Geige) und John Eckhardt (Kontrabass)

Das Duo ist eine intime, fragile, direkte und spannende Form des musikalischen Zusammenspiels. In der Konzertreihe „The Art of the Duo“ lädt der Geiger Johannes Haase verschiedene langjährige Spielpartner zu Konzerten in die Galerie Mitte ein, in denen die Kunst des Duos erforscht wird. Es entstehen temporäre Klangexperimente, Dialoge, Zwiegespräche, parallele Entwicklungen, oder auch einmalige dreidimensionale Klanggebilde. die Reihe wird gefördert von der Waldemar Koch Stiftung.
Begrenzte Teilnehmerzahl. Bitte melden Sie sich an: kontakt@galeriemitte.eu

 

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